Wo du systematisch suchst
Weil die Programme lokal sind, funktioniert die Suche anders als bei Bundesförderung. Arbeite dich von innen nach außen vor: erst die eigene Stadt oder Gemeinde, dann der Landkreis, dann das Land, dazu die Energieversorger, bei denen du Kunde bist.
- Website der Stadt oder Gemeinde, meist unter Klimaschutz, Umwelt oder Energie
- Landkreis oder kreisfreie Stadt, teils mit eigenen Klimafonds
- Landesförderbank oder Landesministerium für Umwelt und Energie
- Stadtwerk oder Energieversorger, häufig als Kundenbonus ausgestaltet
- Wohnungsgenossenschaft oder Vermieter, gelegentlich mit eigenen Programmen
- Unser Verzeichnis, gefiltert auf Photovoltaik und dein Bundesland
Weil Töpfe schnell leer sind, lohnt sich ein Anruf bei der zuständigen Stelle mit der Frage, ob noch Mittel vorhanden sind und wann das nächste Budget kommt.
Was die Programme typischerweise verlangen
Die Bedingungen ähneln sich stark, auch wenn die Beträge sich unterscheiden. Fast alle Programme setzen voraus, dass du im Fördergebiet wohnst und dass das Gerät nach der Bewilligung gekauft wird. Viele fordern zusätzlich einen Nachweis der Anmeldung.
- Hauptwohnsitz oder Betriebssitz im Gebiet der fördernden Stelle
- Antrag vor dem Kauf, Rechnungen mit früherem Datum werden abgelehnt
- Ein Gerät je Haushalt oder je Wohneinheit
- Nachweis der Registrierung im Marktstammdatenregister
- Zustimmung des Vermieters oder der Eigentümergemeinschaft, wenn du nicht Alleineigentümer bist
- Einhaltung der technischen Normen, oft belegt durch Datenblatt und Rechnung
Pflichten, die unabhängig von der Förderung gelten
Auch ohne jede Förderung ist ein Steckersolargerät kein rein privates Gerät. Es speist Strom in das Hausnetz und damit potenziell in das öffentliche Netz ein. Daraus folgen Melde- und Sicherheitsanforderungen, die du unabhängig von einem Zuschuss beachten musst.
Die Registrierung im Marktstammdatenregister ist Pflicht und dauert wenige Minuten. Die Anmeldung beim Netzbetreiber wurde stark vereinfacht, entfällt aber nicht in jedem Fall vollständig. Prüfe außerdem, ob dein Zähler rückwärts laufen kann, in diesem Fall wird er getauscht.
Technisch gilt: geprüftes Gerät mit passendem Wechselrichter, keine selbstgebauten Steckverbindungen, und die Leistungsgrenzen einhalten, die für Steckersolargeräte vorgesehen sind. Bei Fragen zur Elektroinstallation entscheidet eine Elektrofachkraft, nicht ein Forum.
Mietwohnung und Eigentümergemeinschaft
Für Mieterinnen und Mieter sowie für Wohnungseigentümer wurde die Rechtslage erleichtert: Steckersolargeräte gehören inzwischen zu den privilegierten Maßnahmen, deren Gestattung nur noch aus wichtigen Gründen verweigert werden kann. Das heißt nicht, dass du ohne Absprache montieren darfst.
Praktisch sinnvoll ist ein kurzes schriftliches Gesuch mit Foto der geplanten Montage, Angaben zum Gerät und zur Befestigung sowie der Zusage, alles rückstandsfrei zurückzubauen. Genau dieses Schreiben verlangen viele Förderprogramme ohnehin als Nachweis. Über die konkrete Rechtslage in deinem Fall entscheidet im Zweifel eine Rechtsberatung.
Wann sich das Gerät rechnet
Der Ertrag hängt an drei Dingen: Ausrichtung, Verschattung und deinem Grundverbrauch tagsüber. Ein Gerät nach Süden ohne Schatten erzeugt die größte Menge, ein Gerät nach Osten und Westen verteilt den Ertrag besser über den Tag und passt oft besser zum Verbrauch.
Wirtschaftlich wird ein Steckersolargerät durch vermiedenen Strombezug, nicht durch Einspeisung. Was du nicht selbst verbrauchst, fließt in der Regel unvergütet ins Netz. Kleine Dauerverbraucher wie Kühlschrank, Router und Homeoffice sind deshalb der eigentliche Hebel. Ein Zuschuss verkürzt die Amortisation, ändert aber nichts an dieser Logik.
Praktisch heißt das: Wer tagsüber außer Haus ist und im Haushalt kaum Grundlast hat, holt weniger heraus als jemand, der Waschmaschine, Spülmaschine und Trockner in die Mittagsstunden legen kann. Zeitschaltuhren und die Zeitvorwahl vorhandener Geräte kosten nichts und wirken sofort. Ein kleiner Zusatzspeicher ist dagegen für Steckersolargeräte selten wirtschaftlich, weil er im Verhältnis zur erzeugten Menge teuer ist.
Prüfe außerdem die Montage nüchtern. Eine Befestigung, die den Vermieter oder die Gebäudeversicherung stört, ist auch mit Zuschuss ein schlechtes Geschäft. Bei Balkonbrüstungen zählen Windlast und Absturzsicherung, bei Flachdächern und Gartenaufstellungen die Beschwerung. Im Zweifel montiert ein Fachbetrieb, dessen Rechnung viele Programme ohnehin als Nachweis akzeptieren.
Der Antragsweg in der Praxis
Die Programme sind meist schlank aufgebaut, oft ein Formular mit wenigen Feldern. Der häufigste Ablehnungsgrund ist trotzdem simpel: gekauft, bevor beantragt wurde.
- 1Programm der Stadt oder des Landes finden und Bedingungen lesen
- 2Zustimmung von Vermieter oder Eigentümergemeinschaft einholen, falls nötig
- 3Antrag stellen und Bewilligung abwarten
- 4Gerät kaufen und montieren lassen oder montieren
- 5Im Marktstammdatenregister registrieren und Netzbetreiber informieren
- 6Rechnung und Nachweise einreichen, Auszahlung abwarten