Der Grundsatz: keine Doppelförderung derselben Kosten
Fast alle Richtlinien verbieten, dass für ein und dieselbe Ausgabe zweimal Fördergeld fließt. Erlaubt ist dagegen sehr oft, verschiedene Kostenblöcke eines Vorhabens aus verschiedenen Quellen zu fördern.
Beispielhaft gedacht: Die Dämmung läuft über ein Programm, die Heizung über ein anderes, die Energieberatung über ein drittes. Drei Rechnungen, drei Kostenblöcke, keine Doppelförderung. Sobald dieselbe Rechnung in zwei Anträgen auftaucht, wird es kritisch.
Was sich in der Praxis meist gut stapeln lässt
Diese Kombinationen sind in vielen Richtlinien ausdrücklich vorgesehen.
- Bundesprogramm plus Landesprogramm, wenn das Landesprogramm sich ausdrücklich als ergänzend versteht
- Bundes- oder Landesförderung plus kommunaler Zuschuss, etwa vom Stadtwerk oder aus einem Klimafonds
- Zuschuss für die Maßnahme plus separate Förderung der Fachplanung und Baubegleitung
- Förderkredit für die Finanzierung plus Zuschuss für einen anderen Kostenblock
Was in der Regel nicht geht
Diese Muster führen fast immer zur Rückforderung oder Ablehnung.
- Zwei Zuschüsse für exakt dieselbe Rechnungsposition
- Steuerliche Absetzung für Kosten, für die schon ein Zuschuss geflossen ist
- Kombination, die zusammen über die in der Richtlinie genannte Förderhöchstgrenze hinausgeht
- Verschweigen einer anderen Förderung im Antrag, das ist der schwerwiegendste Fehler
Beihilferecht bei Unternehmen
Wenn du unternehmerisch tätig bist, greift zusätzlich das EU-Beihilferecht. Viele Programme laufen als De-minimis-Beihilfe. Dann gibt es eine Obergrenze für die Summe aller De-minimis-Beihilfen innerhalb eines rollierenden Zeitraums, und du musst frühere Beihilfen in einer Erklärung angeben.
Führe deshalb eine einfache Liste aller erhaltenen Beihilfen mit Datum, Stelle und Betrag. Diese Liste brauchst du bei jedem weiteren Antrag, und ohne sie wird es unangenehm.
Die richtige Reihenfolge
Beantrage zuerst das Programm mit den strengsten Anforderungen und der längsten Bearbeitungszeit, meistens ist das die Bundesebene. Kommunale Töpfe sind oft schneller und flexibler und lassen sich nachträglich anhängen.
Frag bei jedem Antrag aktiv nach, welche anderen Förderungen zulässig sind. Diese Auskunft schriftlich zu haben ist im Zweifel Gold wert.