Förderung als Zuschuss für Forschung auf Ebene EU
Alle Programme für Forschung auf Ebene EU. Programme anderer Ebenen lassen sich damit häufig kombinieren.
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EUREKA - Europäische Cluster und Network Projects
EUREKA ist eine europäische Forschungsinitiative, die Industrie und Wissenschaft einen Rahmen für grenzueberschreitende marktnahe Forschungskooperationen bietet. Das Programm ist themenoffen, eingereicht werden können Projekte aus allen Technologiebereichen von der Materialforschung über die Biotechnologie bis zur Informations- und Kommunikationstechnologie. Die deutsche Richtlinie zur Förderung von Projekten im Rahmen der europäischen EUREKA-Cluster wurde zuletzt am 1. Dezember 2025 geaendert und läuft bis zum 30. Juni 2027. Daneben gibt es thematische Aufrufe wie den EUREKA Biotech-Call for Network Projects mit Frist 25. September 2026.
Eurostars 3
Eurostars ist ein gemeinsames Förderprogramm von EUREKA und der Europäischen Kommission für forschende KMU und ihre Partner in europäischen FuE-Kooperationen. Es richtet sich vor allem an forschungsintensive KMU, die mindestens 10 Prozent ihres Umsatzes oder ihres Personals in Forschung und Entwicklung einsetzen. Voraussetzung sind Partner aus mindestens zwei Teilnehmerländern, Konsortialführer ist ein forschungstreibendes KMU. Die maximale Projektlaufzeit beträgt drei Jahre, die Ergebnisse sollen spätestens zwei Jahre nach Projektende auf den Markt kommen. Pro Jahr gibt es zwei Stichtage, der Call 11 endet am 10. September 2026. Die deutsche Förderrichtlinie läuft bis zum 30. Juni 2027.
EIC Transition
EIC Transition fördert die Validierung und Demonstration einer Technologie in einer anwendungsrelevanten Umgebung, beginnend bei TRL 4 mit dem Ziel TRL 5 oder 6, sowie den Aufbau der Geschäfts- und Marktreife. Die Zuschüsse betragen bis zu 2,5 Mio. Euro und sind nicht verwaessernd, es wird also keine Beteiligung abgegeben. Für laufende Projekte gibt es zusätzliche Booster Grants von höchstens 50.000 Euro. Das Gesamtbudget für EIC Transition beträgt 2026 rund 100 Mio. Euro.
EIC Pathfinder
Der EIC Pathfinder fördert die frühe Entwicklung von Zukunftstechnologien auf niedrigem Reifegrad, also TRL 1 bis 4, bis hin zum Proof of Concept. Die Zuschüsse betragen bis zu 4 Mio. Euro, in gut begründeten Faellen auch mehr. Ergänzend gibt es Booster Grants von höchstens 50.000 Euro, um das Kommerzialisierungspotenzial der Forschungsergebnisse zu testen. Das Budget 2026 beträgt 96 Mio. Euro für die Pathfinder Challenges und 166 Mio. Euro für Pathfinder Open. Anträge laufen über das Funding and Tenders Portal.
EIC Accelerator
Der EIC Accelerator richtet sich an einzelne Start-ups und KMU sowie an kleine Mid-Caps mit bis zu 499 Beschäftigten, die eine risikoreiche Innovation zur Marktreife bringen wollen. Die Zuschusskomponente liegt unter 2,5 Mio. Euro als Pauschalbetrag für Innovationstätigkeiten auf TRL 6 bis 8, die innerhalb von 24 Monaten abzuschließen sind. Zusätzlich sind Eigenkapitalinvestitionen von 1 bis 10 Mio. Euro möglich, im Rahmen von STEP ScaleUp auch mehr. Das Budget 2026 beträgt 220 Mio. Euro für die Challenges und 414 Mio. Euro für den offenen Teil. Die Kurzanträge können laufend eingereicht werden, für Vollanträge gibt es 2026 feste Stichtage.
Horizont Europa
Horizont Europa ist das Rahmenprogramm der Europäischen Union für Forschung und Innovation mit der Laufzeit 2021 bis 2027. Es fördert Verbundprojekte, Einzelförderungen und Innovationsvorhaben über die drei Säulen Exzellente Wissenschaft, Globale Herausforderungen und industrielle Wettbewerbsfähigkeit sowie Innovatives Europa. Deutsche Antragstellende werden durch die nationalen Kontaktstellen beraten, die über das Portal horizont-europa.de erreichbar sind. Ausschreibungen und Fristen werden über das Funding and Tenders Portal der EU veröffentlicht.
EU-Innovationsfonds (Innovation Fund)
Eines der weltweit grössten Förderprogramme für die Demonstration innovativer emissionsarmer Technologien, finanziert aus den Erlösen des EU-Emissionshandelssystems. Gefördert werden unter anderem Elektrolyseure, wasserstoffbasierte Industrieprozesse, Energiespeicher und CCU/CCS-Vorhaben. Die Vergabe erfolgt über wiederkehrende Calls for Proposals, die mit Beteiligung der Innovation Fund Expert Group vorbereitet werden. In Deutschland unterhält das Kompetenzzentrum KEI die nationale Kontaktstelle. Der Fonds enthält zudem eine eigene Förderinitiative für europäische Batteriezellhersteller.
Digitales Europa (DIGITAL Europe Programme) 2021-2027
EU-Programm zur Einführung wichtiger digitaler Technologien und zu deren Zugänglichmachung für Unternehmen, Bürger und Verwaltungen. Förderung in fünf Teilbereichen: Supercomputing, Künstliche Intelligenz, Cybersicherheit und Vertrauen, fortgeschrittene digitale Kompetenzen sowie breiter Einsatz digitaler Technologien. In Deutschland ist Unterstützung über ein Netz von bis zu 35 European Digital Innovation Hubs (EDIH) verfügbar.
Horizont Europa - Rahmenprogramm für Forschung und Innovation (2021-2027)
Das größte Forschungs- und Innovationsprogramm der EU mit den drei Schwerpunkten Wissenschaftsexzellenz, globale Herausforderungen und industrielle Wettbewerbsfähigkeit sowie Innovatives Europa. Gefördert werden Verbundvorhaben, Einzelförderungen sowie Koordinierungs- und Unterstützungsmaßnahmen. Zuschüsse bis zu 100 Prozent der förderfähigen Ausgaben, bei Innovationsmaßnahmen grundsätzlich 70 Prozent.
EMFAF - Europäischer Meeres-, Fischerei- und Aquakulturfonds
Der EMFAF unterstützt den European Green Deal mit Maßnahmen in den Bereichen Meerespolitik, Gemeinsame Fischereipolitik und internationale Ozean-Governance und fördert eine nachhaltige blaue Wirtschaft. Adressiert werden EU-Mitgliedstaaten, die Aquakulturbranche, Forschungs- und Innovationsprojekte sowie maritime Sektoren. Neben direkt verwalteten Ausschreibungen läuft ein Großteil der Mittel über nationale Programme.
Interreg Oberrhein 2021 bis 2027 (grenzüberschreitende Zusammenarbeit)
Interreg Oberrhein fördert grenzüberschreitende Projekte in der Region zwischen der französischen Region Grand Est, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und den Schweizer Kantonen (unter anderem Basel-Stadt und Solothurn). Das Programm wird aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung kofinanziert. Projektaufrufe erfolgen zeitlich gestaffelt, zum Beispiel der Aufruf Wissenschaftsoffensive.
Just Transition Fund (JTF) - Fonds für einen gerechten Übergang
Der Just Transition Fund unterstützt die Regionen, die am stärksten vom Übergang zur Klimaneutralität betroffen sind. Er ist Teil des Mechanismus für einen gerechten Übergang im Rahmen des European Green Deal. In Deutschland fördert der JTF vor allem die Braunkohleregionen, die Umsetzung läuft über die Programme der Bundesländer.
Digital Europe Programme (DIGITAL)
Das Digital Europe Programme stellt von 2021 bis 2027 mehr als 8,1 Milliarden Euro für den Aufbau strategischer digitaler Kapazitäten in Europa bereit. Schwerpunkte sind Supercomputing, künstliche Intelligenz, Cybersicherheit, fortgeschrittene digitale Kompetenzen und seit September 2023 Halbleiter. Unterstützt werden Industrie, kleine und mittlere Unternehmen und öffentliche Verwaltungen bei der Digitalisierung, ergänzend arbeiten die European Digital Innovation Hubs.
EU4Health
EU4Health ist das vierte und größte EU-Gesundheitsprogramm und läuft von 2021 bis 2027. Es reagiert auf die Erfahrungen der COVID-19-Pandemie und zielt darauf, die Widerstandsfähigkeit der europäischen Gesundheitssysteme zu stärken. Verwaltet wird es von der Exekutivagentur HaDEA, in den Mitgliedstaaten unterstützen nationale Kontaktstellen.
EIT - Europäisches Innovations- und Technologieinstitut (Knowledge and Innovation Communities)
Das EIT fördert Innovation über thematische Wissens- und Innovationsgemeinschaften (KICs): EIT Climate-KIC, EIT Digital, EIT Food, EIT Health, EIT InnoEnergy, EIT Manufacturing, EIT RawMaterials, EIT Urban Mobility, EIT Water sowie EIT Culture and Creativity. Angeboten werden Bildungsprogramme mit EIT Label, Acceleratoren für Start-ups und Unterstützung bei der Geschäftsentwicklung.
EU-Missionen in Horizont Europa
Die fünf EU-Missionen bündeln Forschung, Politik und Bürgerbeteiligung für konkrete Ziele bis 2030: Anpassung an den Klimawandel (mindestens 150 Regionen), Krebs (bessere Lebensbedingungen für über drei Millionen Menschen), 100 klimaneutrale und intelligente Städte, ein Bodenschutzprogramm mit 100 Reallaboren sowie die Wiederherstellung von Meeren und Gewässern. Kommunen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen können sich an Ausschreibungen beteiligen.
Horizont Europa - Ausweitung der Beteiligung (Widening: Teaming, Twinning, ERA Chairs, Hop-on)
Die Säule Widening stärkt Forschungsstandorte in Ländern mit schwächerer Forschungsleistung. Zu den Maßnahmen zählen Teaming for Excellence (Aufbau oder Modernisierung von Exzellenzzentren), Twinning (Vernetzung von Forschungseinrichtungen mit europäischen Spitzeninstitutionen), ERA Chairs, die European Excellence Initiative, die Hop-on Facility, Excellence Hubs, ERA Talents und COST-Netzwerke. Wichtig für deutsche Antragstellende: Deutschland zählt nicht zu den Widening-Ländern, deutsche Einrichtungen können sich daher nur als fortgeschrittene Partnerinstitution beteiligen, nicht selbst als Begünstigte einer Widening-Maßnahme auftreten.
EIC Transition
EIC Transition überführt Ergebnisse bereits abgeschlossener EU-Projekte in marktreife Technologien mit Ziel-Reifegrad TRL 5 bis 6. Der Zuschuss beträgt bis zu 2,5 Millionen Euro, zusätzlich sind Booster-Grants bis 50.000 Euro und Business Acceleration Services (Coaching, Mentoring, Netzwerk) möglich. Das Gesamtbudget 2026 liegt bei 100 Millionen Euro.
EIC Pathfinder (Open und Challenges)
Der EIC Pathfinder fördert visionäre Grundlagenforschung für radikal neue Technologien in frühen Reifegraden. Einzelprojekte erhalten bis zu 4 Millionen Euro, zusätzlich sind Booster-Zuschüsse von bis zu 50.000 Euro zur Prüfung des Kommerzialisierungspotenzials möglich. Für 2026 stehen 166 Millionen Euro für Pathfinder Open und 96 Millionen Euro für Pathfinder Challenges bereit.
EIC Accelerator
Der EIC Accelerator fördert Start-ups und KMU mit marktverändernden Innovationen, die skaliert werden sollen. Der Zuschuss beträgt maximal 2,5 Millionen Euro, zusätzlich sind Eigenkapitalinvestitionen von 1 bis 10 Millionen Euro über den EIC Fund möglich (Blended Finance). Höhere Beträge sind nur in begründeten Ausnahmefällen und über STEP ScaleUp vorgesehen.
Marie Sklodowska-Curie Actions (MSCA) Doctoral Networks
MSCA Doctoral Networks fördern internationale Promotionsprogramme, die von Konsortien aus Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen getragen werden. Die EU finanziert Lebenshaltungs- und Mobilitätszulagen der rekrutierten Promovierenden sowie Forschung, Schulung und Netzwerkaktivitäten. Programme können bis zu vier Jahre laufen, Joint Doctorates bis zu fünf Jahre.
Marie Sklodowska-Curie Actions (MSCA) Postdoctoral Fellowships
Die MSCA Postdoctoral Fellowships finanzieren Forschungsaufenthalte promovierter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Ausland. European Fellowships laufen ein bis zwei Jahre in der EU oder einem assoziierten Land, Global Fellowships zwei bis drei Jahre mit verpflichtender Rückkehrphase in Europa. Finanziert werden Lebenshaltungs- und Mobilitätszulage, optional Familien- und Betreuungszulagen sowie Forschungs-, Schulungs- und Verwaltungskosten.
ERC Proof of Concept Grant
Der ERC Proof of Concept Grant hilft, Ergebnisse aus einem laufenden oder kürzlich beendeten ERC-Projekt in Richtung Anwendung und Markt zu bringen. Im Call 2026 werden 150.000 Euro als Pauschalbetrag (lump sum) für 18 Monate gewährt.
ERC Synergy Grant
Der ERC Synergy Grant fördert Gruppen von zwei bis vier Principal Investigators, die gemeinsam ein Forschungsproblem angehen, das eine einzelne Person nicht lösen kann. Die Förderung beträgt bis zu 10 Millionen Euro für sechs Jahre, zusätzlich sind bis zu 4 Millionen Euro für Startkosten, Geräte oder Feldarbeit möglich.
Was EU-Förderung bei Forschung bedeutet
Die EU ist der größte Geldgeber und zugleich der unsichtbarste. Der weitaus größte Teil ihres Geldes wird nicht in Brüssel vergeben, sondern von Bund und Ländern bewirtschaftet, die eigene Richtlinien darüber schreiben. Nur Forschung, Digitales, Bildung und Kultur laufen regelmäßig direkt.
- Wo der Antrag landet
- Zweigeteilt: bei geteilter Mittelverwaltung an eine deutsche Stelle, meist die Landesförderbank. Bei direkter Mittelverwaltung an die Kommission, über europaweite Ausschreibungen mit festen Stichtagen.
- Woran du sie erkennst
- An einem Hinweis auf Kofinanzierung, einem Fondskürzel wie EFRE oder ESF im Namen oder an Publizitätspflichten wie einem Hinweisschild an der Baustelle.
- Der häufigste Irrtum
- Als Privatperson einen EU-Antrag stellen zu wollen. EU-Mittel gehen an Betriebe, Kommunen, Vereine und Einrichtungen. Privathaushalte erreichen dasselbe Geld über Landesprogramme.
Häufige Fragen zu Forschung auf Ebene EU
- Kann ich EU-Förderung direkt beantragen?
- Nur bei den direkt verwalteten Programmen, und dort fast immer im Verbund mit Partnern aus mehreren Ländern. Alles andere läuft über Bund und Länder, die die EU-Mittel bewirtschaften.
- Woran erkenne ich, dass EU-Geld im Spiel ist?
- An einem Hinweis auf Kofinanzierung in der Richtlinie, oft mit dem Kürzel des Fonds. Für deinen Antrag ändert das nichts: eingereicht wird bei der deutschen Stelle, die das Programm ausschreibt.
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